Bombengeschäft
"Achtung . . .
. . . hier spricht der
Epresser Dagobert"
Meine erste
Buchveröffentlichung.

Karin-Kramer-Verlag
Berlin 1994
Phantastische Geschichten um einen Kaufhauserpresser. Dagobert machte einst Schlagzeilen und inspirierte selbst namhafte Krimiautoren.
(Argon-Verlag, Berlin 1994)
Schreiben ist Macht . . .
Sie kennen den Witz über Polizisten? Ein Stern: kann lesen, zwei Sterne: kann schreiben, drei Sterne: kennt jemanden, der . . . müdes Lächeln allüberall.
Dabei liegt die Zahl der vermuteten Analphabeten in der Bundesrepublik Deutschland erschreckend hoch. Zwischen 500 000 bis zu 4 Millionen Menschen schätzt man, können in unserem Land weder schreiben noch vernünftig lesen. Ein hoch technisierter Industriestaat ist konfrontiert mit einem Problem der Dritten Welt. Und ignoriert es.
Die allgemeine Schulpflicht in Deutschland ist keine alter Hut, sondern eher schon eine Entwicklung der jüngeren Vergangenheit. In Bayern wurde sie 1802 eingeführt, im Königreich Sachsen per Dekret 1835; durchgesetzt aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Schließlich mussten erst die Schulen gebaut, die Lehrer ausgebildet und angestellt werden - und es musste sichergestellt sein, dass die Kinder auch tatsächlich zum Unterricht gingen.
Denn besonders in den ländlichen Bereichen Preußens und der Königs- und Fürstentümer waren Kinder eine wertvolle Arbeitskraft auf den Bauernhöfen. Das Einbringen der Ernte, das Beackern der Felder und Wiesen wurde von den Eltern der schulpflichtigen Mädchen und Jungen als vordringlicher angesehen als deren Bildung.
Zwar hat schon Martin Luther im 16. Jahrhundert allgemeine Schulen verlangt, gehört hat zu seiner Zeit aber niemand auf ihn. Geistliche konnten lesen und schreiben. Und diese haben ihre Untertanen bewusst dumm gehalten. Denn, so platt es sich anhört, Wissen ist Macht. Das Wissen um die Worte, die aneinander gereiht einen Sinn ergeben. Es gab viele Schriften,
deren Inhalt, wenn er allgemein bekannt geworden wäre, die weltliche Macht der Kirche in den Grundfesten erschüttert hätte.
Letztlich war es ein Mann aus den eigenen Reihen der katholischen Kirche, der das Erdbeben auslöste und beinahe selbst verschüttet worden wäre: Martin Luther. Hätte er seine 95 Thesen nicht aufgeschrieben und wären sie nicht veröffentlicht worden (ob durch ihn selbst oder Bekannte, denen er sie weitergeleitet hatte, sei dahingestellt) - vielleicht wäre die Welt heute sogar glücklicher.