Bombengeschäft
"Achtung . . .
. . . hier spricht der
Epresser Dagobert"
Meine erste
Buchveröffentlichung.

Karin-Kramer-Verlag
Berlin 1994
Phantastische Geschichten um einen Kaufhauserpresser. Dagobert machte einst Schlagzeilen und inspirierte selbst namhafte Krimiautoren.
(Argon-Verlag, Berlin 1994)
Ideen sammeln . . .
Jedes Buch fängt mit einer Idee an. Das muss nicht unbedingt eine eigene sein. Den ersten Gedanken zu einem Thema, das im Buch behandelt und verarbeitet werden soll, kann man aus unterschiedlichsten Quellen beziehen. Einen Autoren, egal ob Buchautor oder Journalist, zeichnet gegenüber einem Nicht-Autoren aus, dass er erkennt, was ein lohnenswertes Thema darstellt, es aufgreift und professionell bearbeitet.
Journalisten haben ihre Schreibblöcke, die sie mit ihren für Außenstehende meist unleserlichen Notizen vollkrakeln, aber auch jeder Buchautor sollte ein Notizbuch bei sich haben, in das er Gedanken, die meist zu den unmöglichsten Zeiten in einem kreativen Kopf auftauchen, festhält. Dabei empfiehlt es sich, keine Loseblattsammlung anzulegen. Für mich ist dabei ein wenig aufreizender Luxus sehr stimulierend.
Ideen im Computer zu sammeln - klar. Aber zuvor stehen sie bei mir normalerweise in einem kleinen schwarzen Heft: Mein Moleskin-Notizbuch. Es gibt sie mit harten und mit weichem Umschlag. Auf jeden Fall haben sie ein Gummiband, das über das Cover gespannt die Seiten so zusammenhält, dass nicht der Kugelschreiber oder das Taschenmesser, ein Schlüssel oder bloß ein profaner Kaugummi - manche Menschen haben noch ganze andere Dinge in der Hosen- oder Jackentasche - sich zwischen die Seiten drückt und die
Blätter zerreißt. Außerdem gibt es eine kleine Innentasche, die sich bestens eignet für Dinge, die im Manuskript eine Rolle spielen sollen: Fahrscheine, Quittungen, Visitenkarten undsoweiter. Ernest Hemingway soll in einem Moleskin-Büchlein seine Notizen aufgeschrieben, van Gogh und Picasso in so einem Buch ihre Skizzen für die späteren Gemälde nach Hause getragen haben. Ob's stimmt sei dahin gestellt. Es ist jedenfalls ein erhebendes Gefühl, zumindest hierbei es einem Nobelpreisträger wie Hemingway gleich tun zu können.
Für jedes Manuskript, das ich bearbeite, lege ich ein solches Büchlein an. Dahinein kommen alle Gedanken, Ideen, Beobachtungen, Erlebnsse, Zitate, die mir unterwegs begegnen. Ob sie nun alle für dieses eine Manuskript, für das das Moleskin-Notizbuch angelegt ist, verwendet werden, das weiß ich nicht. Vieles wird für später aufgehoben, manches verarbeitet, manches wieder vergessen. Aber es ist jedenfalls seiner Flüchtigkeit entrissen und auf Dauer festgehalten in meinem kleinen Notizbüchlein mit dem schwarzen Umschlag, um den ein Gummiband gewunden ist.
Desweiteren leiste ich mir den Luxus, die Mehrzahl meiner Notizen mit einem Montblanc-Kugelschreiber zu verfassen. Briefe an Verlage unterschreibe ich grundsätzlich mit einem Montblanc-Füller. Spätestens hier nun werden sicher viele den Kopf schütteln. Sollen sie. Aber wenn schon ein Manuskript kein Manuskript (manus = Hand, lat.; scribere = schreiben, lat., also von Hand schreiben) mehr ist, sondern eher ein Compuskript, bedeutet das nicht, das die Handarbeit dabei völlig ihre Bedeutung verloren hat.
Shakespeare hat Romeo und Julia sicherlich nicht mit einer Entenfeder geschrieben und auch Fontane gönnte sich für Effie Briest und die Wanderungen durch die Mark Brandenburg gutes Schreibgerät. Sicherlich in Ermangelung eines Computers. Aber auch, weil sie wussten, wie wichtig es ist, dass ein Schreibgerät sich in der Hand des Schreibers ebenso wohl fühlen muss wie der Autor sich mit dem Schreibgerät verbunden. Daraus können sogar Bestseller entstehen.
Autor: weso -- Mittwoch, 28. Januar 2009; 19:58:54 Uhr
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